Die drei Hauptgründe für hohe Butterpreise
- Weniger Milch: Die Milchanlieferung ist rückläufig. Zusätzlich belasteten Tierkrankheiten wie die Blauzungenkrankheit die Bestände, wodurch Kühe zeitweise weniger Milch gaben. Strukturelle Trends wie steigende Kosten und Hofaufgaben verstärken das knappe Rohstoffangebot weiterhin.
- Geringerer Fettgehalt: Für Butter braucht es Rahm. Normalerweise ergeben rund fünf Liter Milch ein 250‑Gramm‑Päckchen. Weil der Fettgehalt 2024 unter dem üblichen Niveau lag, benötigten Molkereien teils fünfeinhalb bis sechs Liter pro Päckchen. Das treibt die Rahm- und damit die Butterpreise.
- Mehr Käsehunger: Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Käse wird zusätzliches Milchfett benötigt. Milchfett, das im Käse landet, fehlt in der Butterproduktion. Dadurch wird die Konkurrenz um den eigentlichen Rohstoff erhöht, wodurch auch die Preise ansteigen.

Auswirkungen auf
Produktionskosten und Verbraucherpreise
Diese Kombination wirkt sich direkt auf die Produktionskosten aus: Höhere Rahmpreise, knapper Rohstoff und mehr Milchbedarf je Päckchen erhöhen die Herstellungskosten. Im Regal wurde das sichtbar: Während die Inflation 2024 insgesamt moderat war, lag Butter im Spätherbst fast 40 Prozent über dem Vorjahr. Der Absatz blieb dennoch relativ stabil, was die Bedeutung von Butter als Alltags- und Signalprodukt unterstreicht.
Wie geht es mit dem
Butterpreis weiter?
Kurzfristige Entlastungen an der Kasse sind möglich, wenn der Handel weiter um den Eckartikel Butter ringt oder Rohstoffpreise vorübergehend nachgeben. Mittel- bis langfristig sprechen jedoch mehrere Faktoren für ein hohes Preisniveau: anhaltend knappe Rohmilch, tendenziell niedrigerer Fettgehalt, ein robuster Rahmbedarf durch Käseproduktion und strukturelle Kostensteigerungen in der Landwirtschaft. Selbst wenn es Phasen mit Aktionspreisen gibt, dürfte Butter insgesamt teuer bleiben, besonders in nachfragestarken Zeiten wie der Adventssaison.