Warum brauchen wir Proteine?
Proteine gehören zu den Hauptnährstoffen und sind essenziell für den Körper. Sie dienen als Baustoff für Muskeln, Organe und Blut, sind an der Produktion von Hormonen und Enzymen beteiligt und unterstützen das Immunsystem. Zudem liefern sie Energie: Ein Gramm Protein enthält etwa vier Kilokalorien.
Der menschliche Körper benötigt 20 verschiedene Aminosäuren, um Proteine herzustellen. Neun davon sind unentbehrlich, da sie nicht selbst produziert werden können und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Hochwertige Proteinquellen sind tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier. Pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und Getreide enthalten ebenfalls Proteine, jedoch in einer anderen Zusammensetzung. Durch clevere Kombinationen – etwa Linsen mit Reis – lässt sich die Verwertbarkeit pflanzlicher Proteine steigern.
Wie viel Protein ist genug?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen bis 65 Jahren eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Für ältere Menschen liegt der Wert bei einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, um die körperliche Funktionalität zu erhalten. Leistungssportler können je nach Trainingsintensität bis zu 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht benötigen. Diese Mengen lassen sich jedoch problemlos durch eine ausgewogene Ernährung decken.
Kann zu viel Protein schaden?
Eine übermäßige Proteinzufuhr kann bei gesunden Erwachsenen in der Regel problemlos verarbeitet werden. Allerdings sollten Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion vorsichtig sein, da eine hohe Proteinzufuhr die Nieren zusätzlich belasten kann. Zudem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um den Abbau von Harnstoff zu unterstützen.
High-Protein-Produkte:
Hype oder Notwendigkeit?
High-Protein-Produkte versprechen viel: Sie sollen schneller satt machen, beim Abnehmen helfen und den Muskelaufbau fördern. Doch die Realität sieht anders aus. Die meisten Menschen nehmen bereits ausreichend Protein über ihre normale Ernährung auf. Zusätzliche Produkte sind oft überflüssig und enthalten nicht selten viel Zucker, Fett und Zusatzstoffe. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.
Für ältere Menschen oder Personen mit erhöhtem Proteinbedarf können solche Produkte in Einzelfällen sinnvoll sein. Doch für die Mehrheit gilt: Wer abwechslungsreich isst, spart sich das Geld für teure High-Protein-Produkte.

Alternative Proteinquellen: Nachhaltige Optionen für die Zukunft
Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und der Notwendigkeit, nachhaltigere Ernährungsweisen zu fördern, gewinnen alternative Proteinquellen zunehmend an Bedeutung. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bieten pflanzliche Proteine, Fermentationstechnologien, Insekten und Laborfleisch vielversprechende Ansätze, um den Proteinbedarf umweltfreundlicher zu decken.
Pflanzliche Alternativen wie Soja, Erbsen oder Algen sind bereits etabliert und bieten eine flexible Grundlage für Fleisch- und Milchersatzprodukte. Fermentationstechnologien nutzen Mikroorganismen, um Proteine oder Nährstoffe effizient herzustellen, während Insekten durch ihre hohe Proteinqualität und geringe Umweltbelastung überzeugen. Auch Laborfleisch, das aus Zellkulturen gewonnen wird, zeigt großes Potenzial, steht jedoch noch am Anfang seiner Entwicklung. Diese innovativen Ansätze könnten nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch eine wichtige Rolle bei der globalen Ernährungssicherheit spielen.
Proteine sind ein wichtiger Baustein für unsere Gesundheit, und eine ausgewogene Ernährung bietet alles, was wir brauchen. Mit natürlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Milchprodukten lässt sich der tägliche Bedarf ganz einfach decken.
